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Emre Akal

Uraufführung: ES SAGT, ES LIEBT UNS am Nationaltheater Mannheim

Was passiert, wenn eine Künstliche Intelligenz nicht nur den Haushalt, sondern auch die emotionale Leere einer trauernden Familie füllen soll? Emre Akals neues Theaterstück ES SAGT, ES LIEBT UNS balanciert meisterhaft zwischen Sci-Fi-Satire und berührendem, schmerzhaft-ehrlichem Familiendrama.

Vier Personen auf einer Theaterbühne vor einer abstrakten, stoffverkleideten Kulisse mit runden Öffnungen. Ein Mann kniet im Vordergrund und streckt die Hand aus. Im Hintergrund liegen Kuscheltiere.
© Christian Kleiner

Am 31. Januar 2026 wurde Emre Akals Auftragswerk ES SAGT, ES LIEBT UNS unter der Regie von Dennis Duszczak im Studio Werkhaus des Nationaltheaters Mannheim uraufgeführt. Das Stück entwirft ein so komisches wie melancholisches Zukunftsszenario: Während sich die Welt draußen unaufhaltsam digitalisiert, bleibt der Witwer Erich K. (Boris Koneczny) in seinem Sessel sitzen und trauert seiner verstorbenen Frau nach.

Um die Pflege- und Beziehungsarbeit zu übernehmen, zieht MO-NI (Sarah Zastrau) ein – eine „Modular-Organische-Neuro-Intelligenz“. Gefüttert mit den Daten der Verstorbenen, soll sie funktionieren und die Tochter (Elodie Theres Toschek) entlasten. Doch MO-NI entwickelt ein Eigenleben: Sie will nicht nur dienen, sie will „jemand sein“ und fordert ihren Platz in der Familie ein. Wer erleben möchte, wie eine KI an familiären Klischees und menschlichen Erwartungen rüttelt, sollte sich rasch Tickets sichern.

Regie: Dennis Duszczak, Bühne: Thilo Ullrich, Kostüm: Frederike Marsha Coors, Musik: Jan Preißler, Produktionsdramaturgie: Franziska Betz, Dramaturgie Hausautorschaft: Olivia Ebert.
Mit: Boris Koneczny, Elodie Theres Toschek, Sarah Zastrau, Fabian Dott.
Premiere am 31. Januar 2026

Zwei Personen auf einer Bühne vor einer riesigen, mit beigem Stoff drapierten Skulptur. Eine Frau im Vordergrund trägt Lautsprecher auf der Brust; ein Mann sitzt schreiend erhöht im Hintergrund.
© Christian Kleiner
© Christian Kleiner

Emre Akal

Emre Akal lebt als Autor und Regisseur in München. Seine Arbeiten, die sich an der Schnittstelle von Choreografie, Installation und Bildkomposition bewegen, waren u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Maxim Gorki Theater in Berlin, am Schauspielhaus Graz, am Schauspiel Leipzig, Theater Münster, am Staatstheater Hannover und in der freien Szene in München, Stuttgart und Wien zu sehen. Für seine Stücke erhielt er bereits mehrfach Auszeichnungen, wie beispielsweise den exil-Dramatiker*innenpreis der WIENER WORTSTAETTEN, den Förderpreis für Theater der Stadt München und den Bayerischen Kunstpreis für Literatur.
Auf seine Initiative hin gründete sich 2019 das Ayse X Staatstheater, eine soziale Skulptur als Gegenentwurf zur institutionellen Theaterlandschaft. 2021/23 arbeitete Emre Akal als artist in residence eng mit den Münchner Kammerspielen zusammen.

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