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Jakob Nolte
Eine rasante Intellektuellen-Untergangskomödie mit rauschender Grandezza – KINDER DER SONNE am Berliner Ensemble
Auch wenn die Sonne längst erloschen ist, wird immer noch gelacht. Jakob Nolte hat aus Gorkis „Kindern der Sonne“ eine hinreißend schwarze Komödie gemacht, die mit Witz und minimalistischer Sprachkunst fast alle in den Abgrund reißt.
Im 21. Jahrhundert ist der Akademikerhaushalt der Familie Fürst nicht nur arbeitslos, sondern bald auch wohnungslos. Ihr Haus soll meistbietend verkauft werden. Dem baldigen Verlust ihrer Privilegien begegnen sie mit stoischem Stolz. Kurz halten alle Figuren noch einmal fest an dem, was bald schon Vergangenheit ist. Aber lange ist der Zustand nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Tore stehen längst weit offen. Es erobern die das gute Leben, die nicht Gedanken, sondern Geld zu geben haben.
„Im Grunde ist Noltes ‚Kinder der Sonne‘ eine Sitcom“, schreibt Nachtkritik über die rasant amüsante Uraufführung am Berliner Ensemble. Und hat damit völlig recht. Nolte hat die Türenklappkomödie ins Jetzt geholt und daraus die existenziellste Sitcom gemacht, die das Genre sich jemals hätte erträumen lassen. Während mit komödiantischer Verve geschwärmt, geliebt, begehrt, betrauert und intrigiert wird, diskutieren alle diese strauchelnden Figuren fortwährend und immerzu die großen Fragen des Lebens - so fachsimpelnd, so entlarvend, so absurd erhellend und so bitter komisch, dass selbst die herannahende Dunkelheit das Lachen nicht gleich zum Verschwinden bringen kann.
Kinder der Sonne
von Jakob Nolte nach Maxim Gorki
Uraufführung
Regie: Laura Linnenbaum, Bühne: Daniel Roskamp, Kostüme: Michaela Kratzer, Musik: David Kosel, Licht: Mario Seeger, Dramaturgie: Amely Joana Haag.
Mit: Marc Oliver Schulze, Pauline Knof, Lili Epply, Maeve Metelka, Bettina Hoppe, Jannik Mühlenweg, Sebastian Zimmler, Maximilian Diehle, Oliver Kraushaar.
Premiere am 21. Februar 2026